Kommentar: Überraschung – Backen macht Arbeit

Kommentar: Überraschung – Backen macht Arbeit

17.08.2026 | Dirk Waclawek

In der vergangenen Woche ließ eine Meldung aufhorchen: Aldi Süd testet eine Reduzierung der eigenen Backaktivitäten. Dem Vernehmen nach hat der Discounter festgestellt, dass der Betrieb der Aufbackstationen mit hohen Personal- und Energiekosten verbunden ist. Sachen gibt´s, das hätte ihnen jeder Bäcker auch vorher sagen können. Scherz beiseite: Das wusste der Discounter natürlich schon früher. Leider war nur im Handel weitgehender Konsens, dass die Aufbackstationen als Kundenmagnet fungieren; die hohen Betriebskosten wollte man durch den gesteigerten Verkauf von Zahnpasta und Proteinjoghurt wieder einspielen. In der Folge entstand ein Wettbewerb um die dickste Backstation. Aldi Süd kam am Ende auf 46 Artikel – mehr Sorten, als inzwischen manche straff geführten Filialbäckereien in Theke und Regal liegen haben. Sollte Aldi Süd jetzt tatsächlich auf 36 Sorten zurückgehen, wäre das noch immer eine heftige Konkurrenz. Vielleicht – wir sind halt unverbesserliche Optimisten – setzt Albrecht aber auch einen Trend. Sozusagen ein Signal an Lidl und Co., den Wettbewerb über Billigbrötchen etwas weniger heftig zu führen. Dazu würde passen, dass in den Testfilialen auch das 19 Cent-Weizenbrötchen aus dem Programm genommen wurde. Also lieber Handel: Wenn Ihr die Kunden weiter zu Schnäppchenjägern erziehen wollt, macht das doch wie früher mit Butter oder Waschpulver. Hat den Vorteil, dass eure Mitarbeiter damit viel weniger Arbeit haben. Außerdem können die Bäcker dann auch in Zukunft eure Mieten in den Vorkassenzonen bezahlen.


Kommentare |