Das Thema Pflege spielt bei der Mitarbeiterbindung eine wichtige Rolle. Auf manche wartet nach der Schicht noch die Arbeit zu Hause, in Form der Pflege ihrer Angehörigen. Job und Pflege miteinander zu vereinbaren, ist so alles andere als leicht. Die Bäckerei Evertzberg aus Remscheid hat ein Konzept entwickelt, damit pflegende Mitarbeiter im Beruf bleiben können – eine richtungsweisende Idee, die auch staatliche Anerkennung findet.
Am 14. Oktober war Staatssekretär Matthias Heidmeier (Arbeitsministerium NRW) zu Besuch bei der Bäckerei. Begleitet wurde er von Leon Hellermann, dem Projektleiter des Servicezentrums des Landesprogrammes zur „Vereinbarkeit von Beruf und Pflege“ im Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA). Im Fokus des Besuchs stand der Austausch über die praktische Umsetzung des Landesprogramms. Die Bäckerei Evertzberg präsentierte ihre lebensphasenorientierte Personalpolitik, die sich auch auf den Einsatz sogenannter Pflege-Guides stützt. Diese sollen die Mitarbeiter dabei unterstützen, die Pflege ihrer Angehörigen mit ihren beruflichen Verpflichtungen zu vereinbaren. Vorgestellt wurde das Konzept von Oliver Platt und Thomas Bischzur, den Geschäftsführen des Unternehmens.
Das Landesprogramm zur „Vereinbarung von Beruf und Pflege“ wurde im März 2022 gestartet. Die Bäckerei Evertzberg, die über 40 Filialen betreibt, war „Gründungsunternehmen“ und einer von 17 Betrieben in NRW, die im Rahmen eines Festaktes eine „Charta“ mit den grundlegenden Prinzipien und Verpflichtungen unterzeichnen durften. Mit der Unterzeichnung der Charta versichern die Unternehmen zum Beispiel, dass sie eine Unternehmenskultur schaffen werden, die von „von Respekt und Wertschätzung“ für die Aufgaben geprägt ist, die die „Beschäftigten mit Pflegeverantwortung im Alltag übernehmen“.
„Die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege ist ein zentrales Thema für Unternehmen, die ihre Fachkräfte langfristig binden möchten“, erklärte Staatssekretär Heidmeier. „Die Bäckerei Evertzberg zeigt hier beispielhaft, wie durch innovative Maßnahmen eine Balance zwischen beruflichen Anforderungen und familiären Pflegeaufgaben geschaffen werden kann.“




















