In vielen Ländern der Welt ist der Brotpreis noch immer eine hochpolitische Angelegenheit. Hierzulande hat allerdings der Döner das Brot oder die Kartoffel als Grundnahrungsmittel-Leitwährung abgelöst. So forderten noch 2024 die Linke Arm in Arm mit der Grünen Jugend die Einführung eines Döner-Höchstpreises: 4,90 Euro sollte das Drehspießgericht maximal kosten, Schüler bezahlten im sozialistischen Paradies sogar nur 2,50 Euro. Die Differenz zum „richtigen“ Preis sollte der Staat – also wir Steuerzahler – übernehmen, immerhin vier Millionen Euro wären dafür im Haushalt veranschlagt worden. Dazu ist es bisher noch nicht gekommen, wir schließen allerdings in Deutschland ausdrücklich keine wirtschaftspolitische Torheit mehr aus. Interessant ist aber in dem Zusammenhang, dass sich staatliche Reglementierungen aus Sicht des Bäckerhandwerks tatsächlich einmal segensreich ausgewirkt haben. Die Döner-Preise sind nämlich tatsächlich durch die Decke gegangen. Beim WDR ist nachzulesen, dass die Döner seit 2023 im Schnitt um mehr als einen Euro teurer geworden sind und schon in den Jahren zuvor war eine klare Bewegung nach oben zu beobachten. Wir können uns jedenfalls im Ruhrgebiet an Zeiten erinnern, in denen der Döner gefühlt nicht viel teurer war als Käsebrötchen beim Handwerksbäcker. Zum Segen für die Bäcker und ihr Snackgeschäft ist der Abstand wieder größer geworden. Mancherorts wird suggeriert, dass die Döner-Verteuerung auf höhere Zutatenpreise zurückzuführen ist. Das können wir nicht so recht nachvollziehen. Was den Döner so teuer macht, ist a) die überdurchschnittliche Erhöhung des Mindestlohns und b) die Qualitäts-Anforderungen, wann der Döner noch Döner genannt werden darf. Diese Vorgaben scheinen neuerdings sogar kontrolliert zu werden. Der langen Rede kurzer Sinn: Hier haben staatliche Interventionen tatsächlich einmal zugunsten des Bäckerhandwerks für mehr Wettbewerbsgerechtigkeit gesorgt – natürlich nur so lange, wie die Döner-Subventionierung unterbleibt.
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